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Durchbruch in der Beschichtungstechnologie – Zink-Magnesium (ZM)

Hilti Ingenieurberatung
Lesedauer: < 15 Minuten
Fachartikel

Innovative MT-Profil-Technologie für Gewerke übergreifende Installationen

Anderes/Spezial
Gewerkeübergreifende TGA-Halterungen
Installationssysteme
Nahaufnahme einer perforierten Hilti MT-90 OC Montageschiene aus verzinktem Stahl. Das offene Schienenende ist mit einer roten Schutzkappe versehen, während Hilti-Logo und Produktbezeichnung in die Metalloberfläche eingeprägt sind.
Heavy MT-90 OC installed on site

Was ist Zink-Magnesium (ZM)

Das Hilti MT System, ein modulares Tragsystem für Installationen verschiedener Gewerke, wurde mit einem hochmodernen Korrosionsschutz für den langfristigen Einsatz in Innen- und Außenbereichen mit geringer bis mittlerer Umweltbelastung entwickelt. Durch die neueste Zink-Magnesium-Technologie bietet es eine kostenoptimierte, robuste und langlebige Lösung, die weniger Nacharbeit erfordert und gleichzeitig umweltbewusst ist.

Was ist Zink-Magnesium (ZM)?

Die Zink-Magnesium-Beschichtung (ZM) wird bereits auf den Rohstahl aufgebracht, bevor dieser zu den Endprodukten weiterverarbeitet wird. Die verwendete Legierung basiert auf Zink und enthält zusätzlich Magnesium sowie Aluminium (auch als ZnAlMg-Legierung bezeichnet). Die folgende Abbildung zeigt die Mikrostruktur dieser Beschichtung.

Mikroskopischer Querschnittsvergleich zwischen feuerverzinkter (FVZ) und Zink-Magnesium-Beschichtung (ZM) auf Stahl. Beschriftungen kennzeichnen Zink, Stahl und eutektische Phasen; Maßstäbe von 10 µm zeigen die Schichtstrukturen.

Abbildung 1: Mikroskopische Betrachtung von Feuerverzinkung und ZM-Beschichtung

Es wird die Zink-Magnesium-Technologie (ZM) eingesetzt, die den Normen ASTM A1046 und EN 10346 entspricht und damit die nächste Evolutionsstufe im Korrosionsschutz für Außenanwendungen darstellt. Die ZM-Beschichtung bietet bei gleicher Schichtdicke einen deutlich besseren Korrosionsschutz als herkömmliche Zinkbeschichtungen (z. B. feuerverzinkte Beschichtungen). Dadurch ergänzt sie die Feuerverzinkungs-Lösung (FVZ) unserer Komponenten in idealer Weise.

Typischerweise wird eine Beschichtungsdicke von 24 µm aufgebracht, um eine vergleichbare – wobei Prüfungen eine deutlich bessere – Leistungsfähigkeit als eine herkömmliche Feuerverzinkung (FVZ) zu erreichen.

Diagramm zum Vergleich von Korrosionsbeständigkeit und Beschichtungsdicke für Zink-, Zink-Aluminium-, Aluminium-Zink- und Zink-Magnesium-Beschichtungen. Die Farbbänder zeigen Leistungsbereiche, wobei Zink-Magnesium die höchste Beständigkeit erreicht.

Abbildung 2: Diagramm zur Zinkschichtstärke und auftretenden Rotrost bei Salzsprühnebeltest

Vier wichtige Normen bilden die Grundlage für den Einsatz von Zink-Magnesium-Beschichtungen (ZM)

EN 10346:2015

Kontinuierlich schmelztauchbeschichtete Flacherzeugnisse aus Stahl

ASTM A1046 / A1046M-17 (seit Februar 2017)

Standardspezifikation für Stahlbleche mit Zink-Aluminium-Magnesium-Legierungsbeschichtung, hergestellt im Schmelztauchverfahren

DIN 55634-1:2018-03

Korrosionsschutz tragender dünnwandiger Bauteile aus Stahl

JIS G3323:2012

Schmelztauchbeschichtete Stahlbänder und Stahlbleche mit Zink-Aluminium-Magnesium-Legierungsbeschichtung

Einschränkungen der Feuerverzinkung (FVZ)

Uneinheitlicher Korrosionsschutz des Produkts
  • Aufgrund der Profilgeometrie von Montageschienen ist es schwierig, eine gleichmäßige Schichtdicke und Zinkqualität sicherzustellen. Dies kann zu Unterschieden bei Qualität, Korrosionsschutz und Robustheit führen.

  • Die resultierende Zinkbeschichtung kann an den Innen- und Außenseiten eines Profils unterschiedlich ausgeprägt sein.

Herausforderungen bei der Montage
  • Eine gleichmäßige Beschichtung im Bereich von Löchern ist schwierig zu erreichen. Dies kann zu vergleichsweise großen Toleranzen oder ungleichmäßigen Schichtdicken führen.

  • Verzahnungen und andere Oberflächenstrukturen sind für die Feuerverzinkung nur bedingt geeignet. Dies kann die Funktionalität einschränken oder zu einer ungleichmäßigen Zinkschicht führen.

Empfindlichkeit bei Montage und Nutzung
  • Die Sicherheit des Monteurs kann durch scharfe Kanten, Zinksplitter oder durch erstarrte Zinktropfen entstandene Erhebungen beeinträchtigt werden.

  • Während der Montage können Beschädigungen oder Kratzer an der Beschichtung entstehen (z. B. durch bestimmte Montagepraktiken bei Standard-Montageschienen).

  • Schnittkanten müssen nachträglich mit Zinkspray oder vergleichbaren Schutzmaßnahmen behandelt werden.

Nicht optimale Optik
  • Aufgrund der Empfindlichkeit der Feuerverzinkung gegenüber Abrieb und Stoßbelastungen können während der Nutzung Beschädigungen auftreten.

  • Feuerverzinkte Oberflächen weisen häufig ein ungleichmäßiges Erscheinungsbild auf.

Drei Nahaufnahmen zeigen lokale Oberflächenfehler auf einem metallisch beschichteten Bauteil. Sichtbar sind kleine Vertiefungen, Beschichtungsdefekte sowie dunkle Korrosions- oder Schadstellen entlang von Kanten und Oberflächen.

Abbildung 3: Unebenheiten in der Oberfläche bei feuerverzinkten Produkten

Deutlich weniger Produktionsschritte bei ZM gegenüber Feuerverzinkung

Infografik zum Vergleich der Herstellprozesse von feuerverzinkten (FVZ) und Zink-Magnesium-beschichteten (ZM) Produkten. Die Darstellung zeigt weniger Prozess-, Transport- und Prüfschritte bei der ZM-Lösung.

Abbildung 4: Gegenüberstellung der Produktionsschritte von feuerverzinkten Produkten zu ZM-Produkten

Vorteile der Zink-Magnesium-Beschichtung

  • Weniger Nacharbeit: Dank der selbstheilenden Eigenschaften der ZM-Beschichtung ist bei Schnittkanten oder Beschädigungen keine Nachbehandlung (z. B. mit Kaltzinkspray) erforderlich

  • Höhere Robustheit: Aufgrund der höheren Oberflächenhärte von ZM sind Beschädigungen der Beschichtung während Montage und Betrieb deutlich weniger wahrscheinlich

  • Umweltfreundlichkeit: Der ZM-Beschichtungsprozess verursacht geringere CO₂-Emissionen während der Herstellung und vereinfacht die Logistik

  • Kostenoptimierung: ZM wird bereits als Vorbeschichtung auf das Rohmaterial aufgebracht. Dadurch entfallen nachgelagerte Beschichtungsprozesse sowie die damit verbundenen Transportkosten

  • Höhere Korrosionsbeständigkeit: Bei gleicher Schichtdicke bietet ZM mindestens den doppelten Korrosionsschutz im Vergleich zur Feuerverzinkung (FVZ)

Übersichtsdiagramm zu den Vorteilen einer Zink-Magnesium-Beschichtung. Um einen zentralen Kern sind Leistungs-, Qualitäts-, Nachhaltigkeits-, Kosten-, Handhabungs- und Marktvorteile angeordnet und miteinander verknüpft.

Abbildung 5: Vorteile der Nutzung von ZM-beschichteten Profilen

Diagramm zum Selbstheilungseffekt einer Zink-Magnesium-Beschichtung an einer Schnittkante. Dargestellt werden anfängliche Rotrostbildung, die Ausbildung einer Schutzschicht sowie das langfristige Stoppen des Korrosionsfortschritts.

Abbildung 6: Exzellente Selbstheilungseigenschaften

Schematischer Vergleich des Korrosionsverhaltens von Zink-Magnesium- (ZM) und Zinkbeschichtungen. Die Darstellung zeigt die Ausbildung kompakter Schutzschichten bei ZM sowie poröse Korrosionsprodukte und Rotrostbildung bei Zink.

Abbildung 7: Das Zusammenwirken von Barrierewirkung und Selbstheilungseffekt sorgt für einen hervorragenden Korrosionsschutz

Drei Aufnahmen einer beschichteten Stahlöffnung nach 1 Woche, 15 Monaten und 25 Monaten Bewitterung. Anfangs sichtbarer Rotrost an der Schnittkante wird im Zeitverlauf zunehmend überdeckt und die Kante erscheint langfristig stabilisiert.

Abbildung 8: Selbstheilungseffekts in einer verkehrs- und schadstoffbelasteten Umgebung

Bildkombination aus Korrosionsaufnahmen und Balkendiagramm. Gezeigt werden Rostentwicklungen an einer 4‑mm-Stahlplatte nach 1, 3, 6 und 9 Monaten sowie Rotrostanteile für unterschiedliche Stahlblechdicken und Expositionszeiten.

Abbildung 9: Der Selbstheilungseffekt zeigt sich nach 9 Monaten in maritimer Umgebung deutlich (Dunkerque, Frankreich; 25 µm ZM-Beschichtung).

Vergleich der Korrosionsbeständigkeit von Zink-Magnesium- (ZM) und Zinkbeschichtungen über 60 Monate. Diagramme zeigen geringeren Materialabtrag und weniger Rotrost bei ZM, ergänzt durch Vergleichsaufnahmen nach vier Jahren Bewitterung.

Abbildung 10: 5‑jährige Prüfung in einer C5‑M‑Umgebung durch das Französische Korrosionsinstitut (FCI) (marine Umgebung in Brest, Frankreich, mit C5‑M‑Klassifizierung, 2 Meter von der Meeresküste entfernt)

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen zeigen Korrosionsprodukte auf einer Zink-Magnesium-Beschichtung. Hervorgehoben werden kompakte Schutzschichten sowie die Korrosionsprodukte Simonkolleit und Zinkhydroxidsulfat.

Abbildung 11: Mikroskopaufnahme - Korrosionsprodukte bilden eine besonders wirksame Schutzbarriere und erhöhen die Korrosionsbeständigkeit über die ursprüngliche Schutzwirkung der ZM-Beschichtung hinaus

Beitrag zum Umweltschutz durch geringeren Energieverbrauch und hohe Langlebigkeit
  • Geringerer Energieverbrauch: Vereinfachter Herstellungsprozess, da keine nachträglichen Beschichtungsprozesse erforderlich sind.

  • Geringerer Ressourcenverbrauch: Reduzierter Zinkeinsatz, da für die gleiche Korrosionsbeständigkeit geringere Schichtdicken ausreichen.

  • Niedrigerer CO₂-Fußabdruck im Vergleich zu Edelstahl und Aluminium.

  • Frei von gefährlichen Stoffen: Entspricht den europäischen REACH-Chemikalienvorschriften und unterstützt nachhaltige Gebäudezertifizierungen (z. B. LEED des U.S. Green Building Council).

  • Deutlich verringerter Zinkaustrag in Böden.

  • 100 % recycelbar ohne Qualitätsverlust.

  • Verlängerte Produktlebensdauer.

Balkendiagramm zum Vergleich der Umweltwirkungen von Feuerverzinkung und Zink-Magnesium-Beschichtungen im Cradle-to-Gate-Ansatz. Die Zink-Magnesium-Systeme zeigen in allen Umweltkategorien geringere relative Auswirkungen als die Referenz.

Abbildung 12: Eine Lebenszyklusanalyse (LCA) belegt, dass die „Cradle-to-Gate“-Umweltwirkungen einer ZM-Beschichtung deutlich unter denen einer Feuerverzinkung (FVZ) mit 65 µm Zinkschicht liegen.*

*nach ISO 14040

** Gemäß EN 15804, Modul „Produktphase“, einschließlich Rohstoffe, Transport und Herstellung

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