Durchbruch in der Beschichtungstechnologie – Zink-Magnesium (ZM)
Innovative MT-Profil-Technologie für Gewerke übergreifende Installationen

Was ist Zink-Magnesium (ZM)
Das Hilti MT System, ein modulares Tragsystem für Installationen verschiedener Gewerke, wurde mit einem hochmodernen Korrosionsschutz für den langfristigen Einsatz in Innen- und Außenbereichen mit geringer bis mittlerer Umweltbelastung entwickelt. Durch die neueste Zink-Magnesium-Technologie bietet es eine kostenoptimierte, robuste und langlebige Lösung, die weniger Nacharbeit erfordert und gleichzeitig umweltbewusst ist.
Was ist Zink-Magnesium (ZM)?
Die Zink-Magnesium-Beschichtung (ZM) wird bereits auf den Rohstahl aufgebracht, bevor dieser zu den Endprodukten weiterverarbeitet wird. Die verwendete Legierung basiert auf Zink und enthält zusätzlich Magnesium sowie Aluminium (auch als ZnAlMg-Legierung bezeichnet). Die folgende Abbildung zeigt die Mikrostruktur dieser Beschichtung.
Abbildung 1: Mikroskopische Betrachtung von Feuerverzinkung und ZM-Beschichtung
Es wird die Zink-Magnesium-Technologie (ZM) eingesetzt, die den Normen ASTM A1046 und EN 10346 entspricht und damit die nächste Evolutionsstufe im Korrosionsschutz für Außenanwendungen darstellt. Die ZM-Beschichtung bietet bei gleicher Schichtdicke einen deutlich besseren Korrosionsschutz als herkömmliche Zinkbeschichtungen (z. B. feuerverzinkte Beschichtungen). Dadurch ergänzt sie die Feuerverzinkungs-Lösung (FVZ) unserer Komponenten in idealer Weise.
Typischerweise wird eine Beschichtungsdicke von 24 µm aufgebracht, um eine vergleichbare – wobei Prüfungen eine deutlich bessere – Leistungsfähigkeit als eine herkömmliche Feuerverzinkung (FVZ) zu erreichen.
Abbildung 2: Diagramm zur Zinkschichtstärke und auftretenden Rotrost bei Salzsprühnebeltest
Vier wichtige Normen bilden die Grundlage für den Einsatz von Zink-Magnesium-Beschichtungen (ZM)
EN 10346:2015
Kontinuierlich schmelztauchbeschichtete Flacherzeugnisse aus Stahl
ASTM A1046 / A1046M-17 (seit Februar 2017)
Standardspezifikation für Stahlbleche mit Zink-Aluminium-Magnesium-Legierungsbeschichtung, hergestellt im Schmelztauchverfahren
DIN 55634-1:2018-03
Korrosionsschutz tragender dünnwandiger Bauteile aus Stahl
JIS G3323:2012
Schmelztauchbeschichtete Stahlbänder und Stahlbleche mit Zink-Aluminium-Magnesium-Legierungsbeschichtung
Einschränkungen der Feuerverzinkung (FVZ)
Uneinheitlicher Korrosionsschutz des Produkts
Aufgrund der Profilgeometrie von Montageschienen ist es schwierig, eine gleichmäßige Schichtdicke und Zinkqualität sicherzustellen. Dies kann zu Unterschieden bei Qualität, Korrosionsschutz und Robustheit führen.
Die resultierende Zinkbeschichtung kann an den Innen- und Außenseiten eines Profils unterschiedlich ausgeprägt sein.
Herausforderungen bei der Montage
Eine gleichmäßige Beschichtung im Bereich von Löchern ist schwierig zu erreichen. Dies kann zu vergleichsweise großen Toleranzen oder ungleichmäßigen Schichtdicken führen.
Verzahnungen und andere Oberflächenstrukturen sind für die Feuerverzinkung nur bedingt geeignet. Dies kann die Funktionalität einschränken oder zu einer ungleichmäßigen Zinkschicht führen.
Empfindlichkeit bei Montage und Nutzung
Die Sicherheit des Monteurs kann durch scharfe Kanten, Zinksplitter oder durch erstarrte Zinktropfen entstandene Erhebungen beeinträchtigt werden.
Während der Montage können Beschädigungen oder Kratzer an der Beschichtung entstehen (z. B. durch bestimmte Montagepraktiken bei Standard-Montageschienen).
Schnittkanten müssen nachträglich mit Zinkspray oder vergleichbaren Schutzmaßnahmen behandelt werden.
Nicht optimale Optik
Aufgrund der Empfindlichkeit der Feuerverzinkung gegenüber Abrieb und Stoßbelastungen können während der Nutzung Beschädigungen auftreten.
Feuerverzinkte Oberflächen weisen häufig ein ungleichmäßiges Erscheinungsbild auf.
Abbildung 3: Unebenheiten in der Oberfläche bei feuerverzinkten Produkten
Deutlich weniger Produktionsschritte bei ZM gegenüber Feuerverzinkung
Abbildung 4: Gegenüberstellung der Produktionsschritte von feuerverzinkten Produkten zu ZM-Produkten
Vorteile der Zink-Magnesium-Beschichtung
Weniger Nacharbeit: Dank der selbstheilenden Eigenschaften der ZM-Beschichtung ist bei Schnittkanten oder Beschädigungen keine Nachbehandlung (z. B. mit Kaltzinkspray) erforderlich
Höhere Robustheit: Aufgrund der höheren Oberflächenhärte von ZM sind Beschädigungen der Beschichtung während Montage und Betrieb deutlich weniger wahrscheinlich
Umweltfreundlichkeit: Der ZM-Beschichtungsprozess verursacht geringere CO₂-Emissionen während der Herstellung und vereinfacht die Logistik
Kostenoptimierung: ZM wird bereits als Vorbeschichtung auf das Rohmaterial aufgebracht. Dadurch entfallen nachgelagerte Beschichtungsprozesse sowie die damit verbundenen Transportkosten
Höhere Korrosionsbeständigkeit: Bei gleicher Schichtdicke bietet ZM mindestens den doppelten Korrosionsschutz im Vergleich zur Feuerverzinkung (FVZ)
Abbildung 5: Vorteile der Nutzung von ZM-beschichteten Profilen
Abbildung 6: Exzellente Selbstheilungseigenschaften
Abbildung 7: Das Zusammenwirken von Barrierewirkung und Selbstheilungseffekt sorgt für einen hervorragenden Korrosionsschutz
Abbildung 8: Selbstheilungseffekts in einer verkehrs- und schadstoffbelasteten Umgebung
Abbildung 9: Der Selbstheilungseffekt zeigt sich nach 9 Monaten in maritimer Umgebung deutlich (Dunkerque, Frankreich; 25 µm ZM-Beschichtung).
Abbildung 10: 5‑jährige Prüfung in einer C5‑M‑Umgebung durch das Französische Korrosionsinstitut (FCI) (marine Umgebung in Brest, Frankreich, mit C5‑M‑Klassifizierung, 2 Meter von der Meeresküste entfernt)
Abbildung 11: Mikroskopaufnahme - Korrosionsprodukte bilden eine besonders wirksame Schutzbarriere und erhöhen die Korrosionsbeständigkeit über die ursprüngliche Schutzwirkung der ZM-Beschichtung hinaus
Beitrag zum Umweltschutz durch geringeren Energieverbrauch und hohe Langlebigkeit
Geringerer Energieverbrauch: Vereinfachter Herstellungsprozess, da keine nachträglichen Beschichtungsprozesse erforderlich sind.
Geringerer Ressourcenverbrauch: Reduzierter Zinkeinsatz, da für die gleiche Korrosionsbeständigkeit geringere Schichtdicken ausreichen.
Niedrigerer CO₂-Fußabdruck im Vergleich zu Edelstahl und Aluminium.
Frei von gefährlichen Stoffen: Entspricht den europäischen REACH-Chemikalienvorschriften und unterstützt nachhaltige Gebäudezertifizierungen (z. B. LEED des U.S. Green Building Council).
Deutlich verringerter Zinkaustrag in Böden.
100 % recycelbar ohne Qualitätsverlust.
Verlängerte Produktlebensdauer.
Abbildung 12: Eine Lebenszyklusanalyse (LCA) belegt, dass die „Cradle-to-Gate“-Umweltwirkungen einer ZM-Beschichtung deutlich unter denen einer Feuerverzinkung (FVZ) mit 65 µm Zinkschicht liegen.*
*nach ISO 14040
** Gemäß EN 15804, Modul „Produktphase“, einschließlich Rohstoffe, Transport und Herstellung
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