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Veröffentlicht von Hilti Ingenieurberatungover 1 year ago

Nachgewiesene Faserfreiheit, Gas-/Luftdurchlässigkeit und Erdbebeneignung von Hilti Brandschutzsystemen

Brandschutz,Zusatzanforderungen,Faserfreiheit,Luftdurchlässigkeit,Seismik

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An Brandabschottungen bestehen neben ihrer eigentlichen Anforderung der Verhinderung der Brand- und Rauchausbreitung häufig zusätzliche Anforderungen. Dies gilt weltweit und beinhaltet die Faserfreiheit, die Luft-/Gasdurchlässigkeit, die Luftschalldämmung als auch eine Eignung im Erdbebenfall. Im nachfolgenden Artikel werden diese zusätzlichen Anforderungen erläutert, und mit den Merkmalen der zahlreichen Hilti Brandschutzsystemen verglichen.
 
Lesedauer ca. 15 min

Hilti Brandschutzsysteme erfüllen den Nachweis der Faserfreiheit
In sensiblen Bereichen von Gebäuden, wie beispielsweise Krankenhäusern, Data Centern oder Chip-Fertigungen bestehen besondere Anforderungen an die Reinheit der Luft. Um diese Anforderungen technisch zu erfüllen müssen bereits in der Planungs- und Bauphase entsprechende Maßnahmen und Entscheidungen getroffen werden. Dies kann durch die Installation von klassischen Überdruck- und Luftfiltersystemen erfolgen. Dies reicht jedoch unter Umständen nicht aus, da auch der Entscheidung des zu wählenden Brandschutzsystems eine bedeutende Rolle hinsichtlich der Luftreinheit zukommen kann.
So zeigen Untersuchungen, dass kostengünstige Weichschotts (s. Abbildung 1) den Anforderungen der Reinräume nicht genügen [1]. Durch deren Aufbau aus metallischen Fasern (Erzen und Eruptivgestein) kann speziell bei Nachbelegungen durch Kabelneuverlegungen, Kabelergänzungen oder Kabeländerungen eine erhebliche Anzahl an metallischen Fasern in die Umgebung freigesetzt werden. Folglich hat eine Analyse am Frauenhofer IPA-Institut ergeben, dass Weichschotts in keiner Reinraumumgebung, auch nicht in Low-Level-Reinräumen, für die Wiedereindringung empfohlen werden können.[1]

Abbildung 1: Abbildung eines Weichschotts




Um die Anforderung an die Reinheit der Luft in Reinraumumgebung zu erfüllen, bietet Hilti zahlreiche, faserfreie Brandschutzsysteme an, die im Folgenden auszugsweise dargestellt werden.
Neben den vorgeformten Brandschutzsystem wie beispielsweise der Hilti Brandschutzkabelmanschette CFS-RCC (Abbildung 2, links) oder dem Hilti Brandschutzschaum CFS-F FX bietet sich auch die Hilti Brandschutzhülse CFS-SL GA (Abbildung 2, rechts) zur Erfüllung oben genannter Anforderung an. Im Falle einer Neu- und Nachbelegungen kann dies bei der Hilti CFS-SL GA durch eine einfache Drehbewegung der Rosette realisiert werden.

Abbildung 2: Hilti Brandschutzkabelmanschette CFS-RCC (links) und Hilti Brandschutzhülse CFS-SL GA (rechts)

 

Hilti Brandschutzsysteme erfüllen den Nachweis der Luft(un)durchlässigkeit
Werden Rohrleitungen durch Brandschutzwände und Brandschutzböden geführt in deren angrenzenden Räume Anforderungen an die Luftführung und den Luftstrom gelten (Über/Unterdruckbereichen, Labore, etc.), gilt es diese auch entsprechend Luftdicht zu verschließen. Zur Messung der Luftdurchlässigkeit von Bauprodukten stehen verschiedene Normen und Methoden zur Verfügung. Eine international anerkannte Norm zur Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Bauelementen bei positivem oder negativem Prüfdruck stellt die EN 1026 „Fenster und Türen - Luftdurchlässigkeit - Prüfverfahren; Deutsche Fassung“ dar. Am Beispiel des Hilti Brandschutzsteins (CFS-BL P) – geprüft vom  akkreditierten Institut ift Rosenheim GmbH - zeigt Abbildung 3 die Ergebnisse hinsichtlich Luftdurchlässigkeit bei unterschiedlichen Druckbeaufschlagungen.

Abbildung 3: Prüfbericht des Hilti Brandschutzsteins CFS-BL P


Während herkömmliche europäischen Prüfnormen von Brandschutzsystemen eine Testdruck von 20 Pa für die Durchführung der Versuche vorschreiben, gewährleistet zum Beispiel eine Abschottung mit den Maßen 280 mm x 550 mm x 200 mm und den Hilti Brandschutzsteinen Hilti CFS-BL P einen Widerstand gegen einen Differenzdruck von bis zu 6200 Pa.
Zusätzlich wurde das Luftdurchlässigkeitsverhalten bei verschiedenen Prüfdrücken (Druck und Sog) untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass die durchströmende Luftmenge (m³/(h m²)) proportional zum Prüfdruck steigt. Somit muss in der Planung von Räumen, die spezifische Anforderungen an die Luftführung und den Luftstrom haben (Luftmanagement) wie Serverräume, Reinräume, Labore, etc. die Luftdurchlässigkeit der Brandabschottungen in der Auslegung beispielsweise von Gaslöschanlagen einbezogen werden. Dies kann beispielweise mit den technischen Daten des Hilti Brandschutzsteins (CFS-BL P) erfolgen. Technische Daten über die Luftdurchlässigkeit weiterer Hilti Brandschutzsysteme liegen vor.


Hilti Brandschutzsysteme werden hinsichtlich Luftschalldämmung geprüft
In lärmsensiblen Bereichen von Gebäuden wie beispielsweise Krankenhäusern oder Hotels müssen Außenwände und Trennwände schallschutztechnische Anforderungen (Schalldämmmaß) einhalten. Diese werden jedoch durch jede Öffnung im Bauteil beeinflusst. Um die schallschutztechnische Anforderungen von Trennwand oder Außenwand nicht negativ zu beeinflussen sollte die Öffnungen mit schallschutztechnisch geprüften Produkten abgedichtet werden. Hilti Brandschutzsysteme sind hinsichtlich diesen schallschutztechnische Werten geprüft und ermöglichen somit eine Aussage über deren Eignung in lärmsensiblen Bereichen von Gebäuden. Die Prüfung erfolgt mithilfe der Sound Transmission Class (STC)-Messungen. Mit dieser kann eine Aussage über die Akustische Eigenschaften eines Systems getroffen werden. Das System ist hierbei als Kombination von Grundmaterial (Wand) und Prüfprobe (Hilti Brandschott) zu verstehen. Es ist verständlich, dass das Schalldämmmaß auch vom Verhältnis der Schottgröße zu der Wandgröße abhängig ist. Hilti Brandschutzsysteme sind bezüglich ihrer schallschutztechnischen Eigenschaften in Zusammenarbeit mit dem akkreditierten Institut, der ift Rosenheim GmbH, bewertet worden. Prüfberichte, wie in Abbildung 5 am Beispiel des Hilti Brandschutzsteins CFS-BL P liegen vor.

Abbildung 4: Prüfbericht für die Luftschalldämmwerte des

Brandschutzsteins Hilti CFS-BL P

 
Hilti Brandschutzsysteme werden hinsichtlich ihrer Erdbebeneignung geprüft
Brandschutzsysteme, die in Erdbebenzonen zum Einsatz kommen bedürfen speziellen Prüfungen. Im Erdbebenfall sind die Gebäude sowie deren technische Gebäudeausrüstung (TGA) dynamischen Kräften mit unterschiedlichen Belastungsrichtungen ausgesetzt. Für die Befestigung der TGA muss daher die Befestigungslösungen mit entsprechenden Verstrebungen und Versteifungen ausgelegt werden. Da auch Brandabschottungen entsprechenden Kräfte ausgesetzt sind und die Relativerschiebungen zwischen Rohrleitung, Bauteil und Brandschutzsystem zu Rissen oder Gesamtausfälle der Brandabschottungen führen können ist eine Systemprüfung notwendig. Bislang existiert keine europäische Richtlinie oder Norm, die eine Vorgehensweise für die Auslegung von Brandabschottungen unter Erdbebeneinwirkung beschreibt. Aus diesem Grund hat Hilti im Jahr 2016 einen richtungsweisenden Prüfstandard für oben genannte Anwendung mit der akkreditierten Organisation ASTM (American Society for Testing and Materials) veröffentlicht. In diesem Teststandard ASTM E3037-2016 ist ein Prüfverfahren zur „Messung der relativen Bewegungen“ von durchdringenden Brandschutzsystemen beschrieben. Der Teststandard enthält die Prüfkriterien für die Bewegung eines Brandschutzsystems unter einer bestimmten Amplitude und einer Abfolge von Bewegungen. Die Proben werden hierbei parallel zum Körper der die Brandschutzabschottung durchdringt (Z-Richtung) und senkrecht dazu geprüft (Abbildung 5).

 Abbildung 5: Definierte Klassifizierungen zur Bewertung von Brandschutzsystemen



Hilti hat eine Vielzahl seiner Brandschutzprodukte nach dieser amerikanischen Norm geprüft, bewertet und klassifiziert. Dadurch lässt sich eine fundierte Aussage über die Eignung der jeweiligen Brandschutzsysteme auch für Europa ableiten. Produktinformationen können jederzeit bei Hilti angefragt werden.

Schlussfolgerung
Brandschutzsysteme müssen so ausgelegt sein, dass sie gebrauchstauglich und dauerhaft sind und neben der Verhinderung von Brand- und Rauchausbreitung zusätzliche Anforderungen abdecken. Diese sind Faserfreiheit, Luft-/Gasdurchlässigkeit, Luftschalldämmung als auch eine Eignung im Erdbebenfall. In eigenen Prüflaboren sowie in Zusammenarbeit mit verschiedene akkreditieren Prüfinstituten können Hilti Brandschutzsysteme diese Anforderungen nachweislich erfüllen. Bestehen in Ihren Projekten zusätzliche Anforderungen kontaktieren Sie Hilti und lassen Sie sich individuell beraten.


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[1] Osborne, Jason W. Best practices in data cleaning: A complete guide to everything you need to do before and after collecting your data. Sage, 2013.

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